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Adolph-von-Harnack-Straße 18 (ehem. Blumenthalstraße)

Gertrud und Willy Katz, 1931
Foto: Gedenkbuch

In diesem Haus wohnten Paul Bauchwitz, Regina Bauchwitz, geb. Meyer, und Willy Katz.

Das Ehepaar Bauchwitz betrieb einen Textilgroßhandel im Hansering 9/10. Paul Bauchwitz hatte als deutscher Soldat am 1. Weltkrieg teilgenommen. Die Terrorgesetze der Nazis beraubten die Familie ihres Besitzes. Paul Bauchwitz musste als Zwangsarbeiter Tiefbauarbeiten verrichten.
Der 65jährige Paul Bauchwitz und seine 54jährige Ehefrau Regina Bauchwitz, geb. Meyer, wurden am 1. Juni 1942 mit 130 weiteren jüdischen Hallensern nach Sobibor bei Lublin deportiert und dort am 3. Juni 1942 ermordet.
Ihre beiden Kinder überlebten. Die Tochter Rita und ein Enkelsohn leben heute in den USA. Auch sein Bruder Kurt Bauchwitz (STOLPERSTEIN Gr. Ulrichstr. 2) wurde ermordet. Schwägerin Elsa Bauchwitz (STOLPERSTEIN Halberstädter Str. 13) nahm sich das Leben.

Im gleichen Haus wohnte auch Familie Katz. Der Kaufmann Willy Katz hatte sich im 1. Weltkrieg als Freiwilliger gemeldet, erhielt mehrere Auszeichnungen für Tapferkeit und erlitt bei der Artillerie Hörschäden auf beiden Ohren. Am 10. November 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet und ins KZ Sachsenhausen gebracht.
Nach vier Wochen kam er zurück: "... zerschlagen, fast taub und todkrank", erinnert sich sein Sohn Manfred. Willy Katz starb 47jährig am 25. Dezember 1938 an den Folgen der Misshandlungen.
Seine beiden Kinder Manfred und Ruth wurden ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Sie überlebten und emigrierten nach der Befreiung nach Israel.



Quellen:

Privatarchiv Gudrun Goeseke

http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.)
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle"
Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen