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Hansering 2

Hier wohnte Alfred Katz

Im Haus Hansering 2 befand sich neben dem Sitz des Bankhauses Friedmann & Co. auch die Wohnung der Familie Katz.
Der Bankier Alfred Katz wurde 1870 in Duderstadt geboren. 1896 heiratete er Helene Friedmann aus Halle. 1897 wurde Tochter Gertrud geboren, 1901 der Sohn Herbert. 1920 heiratete Tochter Gertrud den Teilhaber des Bankhauses Friedmann&Co, den Bankier Dr. jur. Willy Cohn. Aus dieser Ehe stammen drei Enkelkinder.
1938 starb die Ehefrau von Alfred Katz und im November 1938 wurde der Schwiegersohn verhaftet und ins KZ Buchenwald gebracht. Alfred Katz, seine Tochter und die Enkel wurden gezwungen, ihre Wohnung zu verlassen und in ein so genanntes „Judenhaus“ (Königstr.32 – heute Rudolf-Breitscheid-Straße) zu ziehen.
Im Mai 1939 konnte die 17-jährige Enkelin Eva nach England ausreisen. Im Juni 1939 folgten ihre Geschwister, die Zwillinge Hanna und Hans in einem so genannten „Kindertransport“ und im August 39 gelang es auch der Mutter, den Kindern nach England zu folgen. Ebenfalls im August 1939 flüchtete der Vater der Kinder nach Belgien.
Im Mai 1941 zwang man Alfred Katz, der nun ganz auf sich allein gestellt war, in das angebliche „Jüdische Altersheim“ am Jüdischen Friedhof Dessauer Straße zu ziehen. In Wahrheit pferchte man hier jüdische Hallenser auf engstem Raum bis zu ihrer Deportation zusammen. In Belgien wurde der Schwiegersohn festgenommen und ins KZ Gurs (Frankreich) deportiert.
Am 29.6.1942 nahm sich der 72-jährige Alfred Katz das Leben.
Am 10.8.1942 wurde der Schwiegersohn ins KZ Auschwitz deportiert und ermordet.
Seinem Sohn, Dr. Herbert Katz, gelang die Flucht nach Palästina.
Tochter Gertrud und die drei Enkel überlebten in England.


 

 


Quellen:

Privatarchiv Gudrun Goeseke

http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.)
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle"
Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen