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Laurentiusstraße 9

Hier wohnte Emilie Bilski geb. Calvary

Emilie Bilski geb. Calvari wurde 1873 in Posen geboren. Ihrem Sohn, Dr. med. Theodor Bilski, gelang im September 1938 gemeinsam mit seiner Frau Ruth Carola und den Kindern Hans Berthold (geb.1928) und Rose (geb.1930) die Emigration nach Tel Aviv / Palästina. Auch der zweite Sohn, Dr.Fritz Bilski, konnte Deutschland noch rechtzeitig verlassen.
Emilie Bilski wurde von den Behörden gezwungen, ihre Wohnung in der Laurentiusstraße aufzugeben und in ein so genanntes "Judenhaus" (Am Steintor 18) zu ziehen. Von dort wurde sie am 27. Februar 1943 von Halle über Dresden nach Theresienstadt deportiert und starb dort 69-jährig am 1. September 1943.
Die Stifterin dieses STOLPERSTEINS ging mit Rose Bilski, der Enkeltochter von Emilie Bilski, in die gleiche Schulklasse. Sie erinnert sich noch heute daran, wie die Klassenlehrerin sich im Sommer 1938 von Rose verabschiedete und den Schülern erklärte, dass Rose nach den Ferien nicht mehr da sein würde. Warum die Lehrerin dabei Tränen in den Augen hatte und sie selbst das Gefühl, einem besonders traurigen Geschehen beizuwohnen, verstand das damals 8-jährige Mädchen erst später.


 


Quellen:

Privatarchiv Gudrun Goeseke

http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.)
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle"
Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen