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Leipziger Straße 4
Hier wohnten Helena Wenzymer, Rosa Wenzymer, Siegfried Wenzymer und Sofia Wenzymer geb. Novogrocka.

Salomon Wenzymer wurde 1893 in Polen geboren und kam bereits vor dem 1. Weltkrieg nach Deutschland. Nach dem Krieg arbeitete er in der Halleschen Maschinenfabrik und machte sich später mit einem eigenen Geschäft selbständig. Im Jahr 1918 heiratete er in Halle Sofia Novogrocka. Sie bekamen drei Kinder: Rosa (1919), Helena (1925) und Siegfried (1935).

Die Boykottaufrufe gegen jüdische Geschäfte entzogen der Familie die Lebensgrundlage und so ging Salomon Wenzymer im Juli 1937 nach Argentinien, um dort die Auswanderung seiner Familie vorzubereiten. In der Nacht vom 27. zum 28. Oktober 1938 erschienen zwei Polizisten in der Wohnung Leipziger Str. 4, nahmen Sofia Wenzymer und die zwei kleineren Kinder mit und versiegelten die Wohnungstür. Frau Wenzymer wurde erklärt, dass sie und ihre Kinder in Deutschland unerwünscht seien und sie das Land in Richtung Polen zu verlassen habe. Rosa, die älteste Tochter, war zum Zeitpunkt der Ausweisung, nicht in Halle und musste der Familie einen Monat später allein nachreisen. Frau Wenzymer und die Kinder gelangten bis Mlawa in Polen. Von dort hatten sie noch bis 1939 schriftlichen Kontakt zu Salomon Wenzymer in Argentinien. Ab 1940 gibt es keine Nachrichten mehr.

Rosa war zum vermutlichen Zeitpunkt ihres Todes 21, Helena 15 und Siegfried 5 Jahre alt.

 

 


Quellen:

Privatarchiv Gudrun Goeseke

http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.)
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle"
Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen