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Richard Wagner Straße 11

Prospekt des ehemaligen Sporthauses Bacher in der Leipziger Straße.

Das Gebäude des früheren Sporthauses heute.

Hier wohnte Bertha Bacher

Bertha Bacher wurde am 20.8.1864 in Magdeburg geboren. Sie war die Tochter von Julius und Caroline Bacher, denen das SPORTHAUS JULIUS BACHER in Halle, Leipziger Str. 102 gehörte. Am 14. August 1930 verstarb die 94-jährige Mutter und Bertha Bacher wohnte fortan allein in der Wohnung Richard-Wagner-Str.11.

Nach den nationalsozialistischen "Rassegesetzen" durfte Bertha Bacher nicht länger mit "Ariern" unter einem Dach wohnen. Im Mai 1941 musste die 77-jährige Frau in das angebliche "Jüdische Altersheim" auf dem Grundstück des Jüdischen Friedhofs Dessauer Straße ziehen. In Wahrheit pferchte man hier jüdische Hallenser auf engstem Raum bis zu ihrer Deportation zusammen. Außerdem zwang man Frau Bacher 23.000 RM auf ein "Sonderkonto H" der unter staatlicher Kontrolle stehenden "Reichsvereinigung der Juden in Deutschland" einzuzahlen und sich mit 18.750 RM und einem "Heimeinkaufsvertrag" in das "Alters- und Siechenheim" einzukaufen.
Am 19. September 1942 wurden sie und 72 weitere Juden ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort starb Bertha Bacher am 12.Januar 1943.

Die Gräber ihrer Eltern befinden sich auf dem Jüdischen Friedhof Humboldtsraße 52.
Ihre Nichte Lieselotte Wartenberg und deren Sohn Walter wurden in Auschwitz ermordet.


Quellen:

Privatarchiv Gudrun Goeseke

http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.)
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle"
Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen