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Sternstraße 11

Hier wohnten Amalie Israel geb. Kanner, Hermann Israel, Gerda Padawer, Hella Padawer und Jenny (Sheindl) Padawer geb. Geminder.

 

Hirsch und Amalie Israel geb. Kanner hatten seit 1911 zwei Textilwarengeschäfte in Halle (Rannische Str. 22 und Große Steinstr. 69, später Reilstr.9). Durch den angeordneten Boykott gegen jüdische Geschäfte verloren sie ihre Existenzgrundlage. Hirsch Israel stammte aus Debica bei Krakau. Er hatte weder deutsche noch polnische Staatsbürgerschaft und galt als "staatenlos". Amalie Israel und die beiden Töchter Betty und Sadie waren gebürtige Hallenserinnen.

In der Nacht vom 27./28. Oktober 1938 wurde das Ehepaar gemeinsam mit Tochter Sadie und etwa 120 weiteren Juden ins deutsch-polnische Grenzgebiet gebracht und über den Grenzstreifen nach Polen gejagt. Sie fanden in Debica Aufnahme. Tochter Betty lebte zu dieser Zeit bereits in Palästina. Ab 1942 gibt es keine Lebenszeichen von Hirsch und Amalie Israel mehr. Da ist Hirsch Israel 57 und seine Frau 51 Jahre alt.

Sheindl (Jenny) Padawer geb. Geminder war 44 Jahre alt als man sie mit ihrem Mann Heinrich, der 18jährigen Tochter Hella und der 11jährigen Gerda in der Nacht vom 27./28.Oktober 1938 ins deutsch-polnische Grenzgebiet brachte und über den Grenzstreifen nach Polen trieb.

Die Familie fand vorerst Aufnahme in Mielec, Sheindl Padawers Geburtsort. 1942 wurde sie mit ihren Kindern in ein nahe Mielec gelegenes Arbeitslager der Firma Bäumer&Lösch eingewiesen. 1944 brachte man Sheindl Padawer und ihre Töchter Hella und Gerda in das Konzentrationslager Stutthof. Dort wurden sie ermordet.

Heinrich Padawer überlebte.

 

 

 


Quellen:

Privatarchiv Gudrun Goeseke

http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.)
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle"
Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen