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Talamtstraße 6
In diesem Haus wohnten der Schneidermeister Renè Hirschfeld und seine Ehefrau Hermine Hirschfeld, geb. Rose.

Hermine Hirschfeld wurde am 19.9.1942 ins Ghetto Theresienstadt verschleppt und starb dort am 4.1.1945 im Alter von 66 Jahren. René Hirschfeld kam zuerst in das Konzentrationslager Sachsenhausen, später nach Auschwitz, wo er am 2.11.1942 ermordet wurde. Er war 64 Jahre alt. Die vier Söhne überlebten in der Emigration in Schweden, Argentinien, England und Australien.

Das Ehepaar Hirschfeld hat heute 8 Enkel und 2 Urenkelkinder.

Einer der Söhne beschrieb es später so: "Meine Eltern brachten jeden einzelnen Sohn zur Bahn und dort nahmen wir Abschied. Der Zug rollte aus dem Bahnhof und überließ zwei alte Menschen ihrem Schicksal... Viele von unserer Generation leiden unter diesem Schuldgefühl - wir haben uns gerettet und die Eltern zurückgelassen... Mein Vater hat sich nie vorstellen können, dass das Land, das für ihn Heimat war und für das er im 1. Weltkrieg gekämpft hatte, ihn eines Tages einfach auslöschen würde..."


 


Quellen:

Privatarchiv Gudrun Goeseke

http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.)
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle"
Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen