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Friedenstraße 12 a

Prof. Dr. Kochmann
Foto: Archiv Leopoldina
Hier wohnte Prof. Dr. Martin Kochmann

Martin Dagobert Kochmann wurde am 7.Februar 1878 als Sohn des Kaufmanns Aron Kochmann in Breslau geboren. Dem Abitur in Breslau folgte das Studium der Pharmakologie in Berlin, Breslau und Jena. 1901/02 diente er "mit der Waffe" (wie er in einem Lebenslauf ausdrücklich betont) und als einjährig-freiwilliger Arzt in einem Grenadierregiment. Der 1901 evangelisch getaufte junge Mann heiratete 1908 die Tochter eines Greifswalder Ratsherren und trat 1911 seine erste Professur in Greifswald an. 1914 kam Kochmann an die Universität Halle, wurde aber kurz darauf als Stabsarzt zum Kriegsdienst einberufen. Nach einem Fronteinsatz erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse. 1920 wurde er Direktor des Pharmakologischen Instituts der Martin-Luther-Universität und 1924 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. 1931 zog er als Hauseigentümer in die Friedenstr.12a. Vor der ersten "Säuberungswelle" 1933 gegen Professoren jüdischer Herkunft schützte ihn noch sein Status als ehemaliger Frontkämpfer, aber bereits 1935 wurde er zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Nach einer Verhaftung durch die Gestapo entzog er sich im Gefängnis weiterer Verfolgung durch Flucht in den Tod. Er war 58 Jahre alt.

 


 


Quellen:

Privatarchiv Gudrun Goeseke

http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.)
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle"
Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen