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Kohlschütterstraße 6

Hier wohnten Eduard Oppenheim und Erna Oppenheim geb. Baum

Eduard Oppenheim war Leiter eines Großhandels mit landwirtschaftlichen Produkten. Nachdem er seinen kaufmännischen Beruf nicht weiter ausüben durfte, wurde er, wie die meisten Juden, zu Zwangsarbeit verpflichtet.
Erna und Eduard Oppenheim hatten drei Kinder. Sohn Heinz gelang 1935 die Flucht nach Dallas/USA, der andere Sohn konnte sich nach England retten. Die 18-jährige Tochter Hannelore starb 1937. Ihr Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof, Humboldtstraße.
Nachdem die nationalsozialistischen "Rassegesetze" Juden und "Ariern" verboten unter einem Dach zu wohnen, musste das Ehepaar Oppenheim seine Wohnung verlassen und in ein "Judenhaus", Hindenburgstr.63 ziehen (dieses Haus existiert nicht mehr, es wurde 1945 bei der Bombardierung Halles zerstört). Von hier wurden die 51-jährige Erna und der 63-jährige Eduard Oppenheim am 1. Juni 1942 nach Sobibor bei Lublin deportiert und am 3.Juni 1942 mit Gas ermordet. Im gleichen Deportationszug befand sich auch Eduards Bruder Georg, dessen Frau und zwei Töchter. Auch sie starben am gleichen Tag in den Gaskammern von Sobibor.


 


Quellen:

Privatarchiv Gudrun Goeseke

http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.)
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle"
Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen