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Adolph-von-Harnack-Straße 9 (ehem. Blumenthalstraße)

Hier wohnten die Schwestern Franziska, Elise und Margarethe Salomon.

Die drei Schwestern Salomon waren gebürtige Hallenserinnen - Franziska geb. 1861, Elise geb. 1862 und Margarethe geb. 1870. Sie blieben unverheiratet und lebten in einer gemeinsamen Wohnung. Nachdem die nationalsozialistischen „Rassegesetze“ Juden und „Ariern“ verboten, gemeinsam unter einem Dach zu wohnen, mussten die Schwestern ihre Wohnung zwangsweise aufgeben und in ein sogenanntes „Judenhaus“ (Hindenburgstraße 13, heute Magdeburger Straße) ziehen. Ab 1.Dezember 1941 wurde dann ihr Aufenthalt im angeblichen „Altersheim“ (Boelckestraße 24, heute Dessauer Straße) auf dem Grundstück des Jüdischen Friedhofs angeordnet. Hier pferchte man auf engstem Raum jüdische Hallenser vor der geplanten Deportation zusammen. Die Schwestern Salomon sollten am 19. September 1942 nach Theresienstadt deportiert werden. Dem kamen sie zuvor und suchten die Flucht im Tod. Die 80-jährige Elise Salomon starb am 16. September 1942, ihre 72-jährige Schwester Margarethe einen Tag später. Sie wurden auf dem jüdischen Friedhof, Dessauer Straße 24, anonym bestattet. Die 81-jährige Franziska Salomon überlebte ihren Suizidversuch und wurde am 27. Februar 1943 nach Theresienstadt deportiert. Dort starb sie einen Monat später am 31. März 1943.





Quellen:

http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.)
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle"
Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen