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Feuerbachstraße 74 (ehemals Kurfürstenstraße)

Hier wohnte Nathan Frankenberg.
IN MEMORIAM Siegfried und Herta Frankenberg geb. Meyer

Der Kaufmann Nathan Frankenberg wurde am 5.9.1863 in Marisfeld/Hildburghausen geboren. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Minna Frankenberg geb.Ney, dem 1895 in Coburg geborenen Sohn Siegfried und der 1909 in Berlin geborenen Schwiegertochter Herta Frankenberg geb. Meyer wohnte er ursprünglich in der halleschen Prinzenstraße 12.

Die jungen Leute wanderten im Juli 1936 in die damals noch freie Tschechoslowakische Republik aus und ließen sich in Podiebrad (Poděbrady) nieder. Die Eltern zogen in die Kurfürstenstraße 74.

Nach der deutschen Besetzung der ČSR wurde Siegfried Frankenberg am 9. Juni 1942 von Kolín nach Theresienstadt und am 28. September 1944 nach Auschwitz deportiert. Herta Frankenberg brachte man am 22. Dezember 1942 von Prag nach Theresienstadt und am 19. Oktober 1944 nach Auschwitz.

Nachdem die nationalsozialistischen „Rassegesetze“ Juden und „Ariern“ verboten unter einem Dach zu wohnen, mussten Nathan und Minna Frankenberg am 30. Juni 1942 ihre Wohnung verlassen und in das angebliche „Altersheim“ auf dem Grundstück des Jüdischen Friedhofs Dessauer Straße ziehen. Wenige Wochen später wurden sie nach Theresienstadt deportiert. Hier starb der 79-jährige Nathan Frankenberg am 6. Dezember 1942. Minna Frankenberg überlebte.

Bei der Bombardierung Halles in den letzten Kriegsmonaten wurde auch die in der Nähe des Riebeckplatzes befindliche Prinzenstraße vernichtet und später überbaut. Zur Erinnerung an die bei ihrer Ankunft in Auschwitz 38-jährige Herta Frankenberg und ihren 48-jährigen Ehemann Siegfried wurden die STOLPERSTEINE für beide vor dem letzten Wohnhaus der Eltern verlegt.

 


Quelle:

http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.)
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle"
Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen