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Geiststraße 15
In diesem Haus wohnte Senta (Ette) Riesel.

Die drei Riesel-Geschwister Senta, Heinz und Frieda wurden in Leipzig geboren. Sie waren Waisenkinder und wohnten bei drei Schwestern ihrer Mutter in Halle. Ette lebte bei ihrer Tante Rosa und deren Mann Moritz Kanner im Haus Geiststraße 15. Die Pflegeeltern mussten rechtlos hinnehmen, dass die 15-Jährige in der Nacht der „Polenaktion“ am 27./28. Oktober 1938 gemeinsam mit ihren Geschwistern, den Tanten, deren Ehemännern polnischer Herkunft und ihren Cousins und Cousinen aus Deutschland vertrieben wurden. Man brachte die Menschen ins deutsch-polnische Grenzgebiet und jagte sie dann über den Grenzstreifen nach Polen. 1941 erlitten Ette und ihr Bruder Heinz Schicksal der Familie Lipper. Sie wurden 1941 in Kolomea (Galizien) erschossen. Rosa und Moritz Kanner flüchteten nach Bolivien.

Siehe auch STOLPERSTEINE Große Märkerstraße 13.




Quellen:

Privatarchiv Gudrun Goeseke

http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.)
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle"
Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen