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Geiststraße 55

Hier wohnte
Kurt Just

Kurt Just wurde am 4. Januar 1892 in Halle geboren. Der gelernte Maler hatte wohl ein rebellisches Gemüt, denn von 1919 bis 1922 verbüßte er (wegen Aufruhrs und einer versuchten Gefangenenbefreiung im Zuchthaus ROTER OCHSE) eine dreijährige Zuchthausstrafe. Nach der Pogromnacht am 9.November 1938 wurde er ins Konzentrationslager Buchenwald eingewiesen, später in das KZ Sachsenhausen überführt, aber am 19. Dezember 1938 wieder entlassen. Durch seinen nichtjüdischen Vater galt er den NS-Rassisten als „Halbjude“. Am 2. September 1942 wurde er zu einem Jahr Gefängnis und 40 RM Geldstrafe verurteilt. Begründung: er habe sich geweigert, den Zusatznamen Israel zu führen und den Judenstern zu tragen und stattdessen „unbefugt“ Orden und Ehrenzeichen angelegt. Drei Monate nach der Verurteilung teilte der Vorstand des Zuchthauses ROTER OCHSE der Staatsanwaltschaft Halle mit, dass gemäß eines Erlasses des Justizministers, der Gefangene Kurt Just der Gestapo zur „Weiterleitung in das Konzentrationslager Auschwitz bei Gleiwitz“ übergeben worden sei. In Auschwitz wurde der 34-jährige Kurt Just am 2. Dezember 1942 ermordet.

 

 

Quellen:

Volkhard Winkelmann und ehemaliges Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle: Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle, 3. Auflage (2008)
www.gedenkbuch.halle.de