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Wielandstraße 12

Hier wohnte
Seraphine Lavoipiere geb. Davidsohn

Seraphine Lavoipiere wurde am 12. November 1871 im schlesischen Schrimm an der Warthe (heute Srem/Polen) geboren. Nachdem die nationalsozialistischen „Rassegesetze“ Juden und „Ariern“ verboten unter einem Dach zu wohnen, musste die Witwe ihre Wohnung verlassen und nach zeitweiligem Aufenthalt in sogenannten „Judenhäusern“ in ein angebliches „Altersheim“ ziehen, das sich auf dem Grundstück des Jüdischen Friedhofs Dessauer Straße 24 (damals Boelckestraße) befand. In Wahrheit war hier auf Anordnung der NS-Behörden ein Sammellager entstanden, in dem die Menschen bis zu ihrer Deportation auf engstem Raum zusammengepfercht leben mussten. Am 19.September 1942 wurde Frau Lavoipiere zusammen mit 72 weiteren jüdischen Hallensern ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort starb die 72-Jährige am 3.Februar 1943.


 

 

Quellen:

Volkhard Winkelmann und ehemaliges Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle: Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle, 3. Auflage (2008)
www.gedenkbuch.halle.de