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Beesener Str. 241


Hier wohnten 

Sally Wolff und Paula Wolff geb. Lewin

Der Textilwarenhändler Sally Wolff kam am 18. April 1872 in dem kleinen westpreußischen Dorf Leben/Mlewo bei Briesen in der Nähe von Danzig zur Welt. Seine Frau, die Schneiderin Paula Wolff, wurde am 3. Januar 1873 als Paula Lewin in Könnern/Saalkreis geboren.

Nach dem Erlass der nationalsozialistischen Rassegesetze musste das Ehepaar seine Wohnung in der Beesener Straße 241 verlassen und anfangs in das sogenannte „Judenhaus“ Am Steintor 18 ziehen, bis es in das vorgebliche „Altersheim“ Boelckestraße 24 umgesiedelt wurde − in Wahrheit ein Sammellager zur Vorbereitung der Deportationen  Am 19.September 1942, einem Schabbat, dem rituellen Ruhetag der Juden, wurde das Ehepaar Wolff in einem Zug der Deutschen Reichsbahn nach Theresienstadt gebracht. Zwischen Ankündigung der Deportation und Abreise lagen nur vier Tage, in denen sich sechs der 79 in Halle betroffenen Juden das Leben nahmen. Der 70-jährige Sally Wolff starb bereits vier Wochen nach der Ankunft im Ghetto am 19.Oktober 1942.

Auch Paula Wolff starb 70-jährig am 28. März 1943 in Theresienstadt.





Quellen:

Archiv Centrum Judaicum Berlin

Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945) (http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/)

Winkelmann, Volkhard und ehemaliges Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle: Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle
(http://www.gedenkbuch.halle.de/gbdatensatz.php?num=237 und http://www.gedenkbuch.halle.de/gbdatensatz.php?num=238