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Martinstraße 31



Hier wohnten

Olga Wolffberg geb. Sabatzky und Else Wolffberg

Olga Sabatzky kam am 5. April 1864 in Köslin (seit 1945 Koszalin) zur Welt. Auch ihre Tochter Else wurde am 24. September 1888 in dieser Stadt in Hinterpommern geboren. 1890 folgte die Geburt von Tochter Cäcilie. Olgas Ehemann, der Kaufmann Leopold Wolffberg, stammte aus Lauenburg. Er starb 1922 in Halle. Sein Grab befindet sich auf dem alten Jüdischen Friedhof, Humboldtstraße 52. 1938 starb Tochter Cäcilie und wurde auf dem neuen Jüdischen Friedhof Dessauer Straße 24 (damals Boelckestraße) bestattet. Im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgung mussten die Frauen ihre Wohnung verlassen. Olga Wolffberg wurde zuerst in das zum „Judenhaus“ erklärte Gebäude Am Steintor 18 eingewiesen, bis sie Anfang April 1941 in das Sammellager auf dem Jüdischen Friedhof Boelckestraße (heute Dessauer) umsiedeln musste. Ihre Tochter, die Stenotypistin Else Wolffberg, lebte einige Zeit in der Talamtstraße 6. Mit dem ersten Deportationszug aus Halle wurde die 53-Jährige am 1. Juni 1942 ins Vernichtungslagern Sobibor gebracht und noch am Ankunftstag mit Gas ermordet. Olga Wollffberg wurde wenig später, am 19. September 1942, ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo die 78-Jährige am 19. Januar 1943 zu Tode kam.



Quellen:

Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945) (http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/)

Goeseke, Gudrun
Nachlass im Stadtarchiv Halle

Winkelmann, Volkhard und ehemaliges Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle: Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle
(http://www.gedenkbuch.halle.de/gbdatensatz.php?num=240 und http://www.gedenkbuch.halle.de/gbdatensatz.php?num=241)