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Schwuchtstraße 6 (ehem. 17)

Arnold Japha
Foto: UA Halle, Rep. 40 I, J 17


Hier wohnten

Prof. Dr. Dr. Arnold Japha

Am 12. September 1877 wurde Arnold Japha in Königsberg geboren und evangelisch getauft. Nach dem Abitur am Königsberger Wilhelmsgymnasium machte er eine steile Karriere: Dem Medizinstudium in Freiburg und Königsberg folgten 1901 die Promotion zum Dr. med. und ein Jahr  freiwilliger Militärdienst als Arzt, danach Schiffsarzt auf der Linie nach Südamerika, ab 1903 Assistent am Zoologischen Museum d. Uni Königsberg, 1907 Promotion zum Dr. phil., ab 1910 Assistent am Zoologischen Inst. d. Uni Halle und Habilitation in Zoologie. Dazu parallel verlief die Militärkarriere (1903 Unterarzt, 1905 Oberarzt, 1912 Stabsarzt), im 1.Weltkrieg Stabs- und Bataillonsarzt (Eisernes Kreuz I. und II. Klasse), 1916 Professur, ab 1921 Magistratsmedizinalrat am Stadtgesundheitsamt Halle (hier Aufbau einer Kartei erbkranker und ‚asozialer’ Familien, sowie einer ‚rassenkundlichen’ Sammlung), 1923 Lehrauftrag für Anthropologie an der Uni Halle. Obwohl der evangelisch Getaufte kein Mitglied der Jüdischen Gemeinde war, wurde er 1933 (unter Bezug auf seinen jüdischen Vater) beurlaubt und das Gehalt gestrichen. 1935 folgte der Entzug der Lehrbefugnis und des Professorentitels. Die Ehe mit einer Nichtjüdin schützte ihn zwar noch vor den 1942 einsetzenden Deportationen, als aber 1943 (nach 10 Jahren erzwungenen Untätigseins) die Vertreibung aus seinem Haus drohte, nahm sich der 65-Jährige am 16. Mai 1943 das Leben.



Quellen:

catalogus-professorum-halensis 1817-1968
(http://www.catalogus-professorum-halensis.de/japhaarnold.html, zuletzt eingesehen am 31.7.2013)

Eberle, Henrik
Die Martin-Luther-Universität in der Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945, Halle 2002.

Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945) (http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/)

Wikipedia
(https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Japha, zuletzt eingesehen am 19.9.2013)

Winkelmann, Volkhard  und ehemaliges Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle: Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle
(http://www.gedenkbuch.halle.de/gbdatensatz.php?num=111)