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Willy-Brandt-Straße 8 (ehem. Lindenstraße)

Martha Simon

Erich Simon

Hier wohnten

Minna Simon geb. Mahnhardt
Martha und Erich Simon

Siegfried und Minna Simon geb. Mahnhardt (*1886) hatten sechs Kinder. Der jüdische Ehemann starb 1936. Vier der Kinder konnten sich ins Ausland retten, aber Martha (*1907) und Erich (*1923) blieben in Halle bei der schwer zuckerkranken Mutter, die selbst keine geborene Jüdin war, aber als Mitglied auf einer Liste der Jüdischen Gemeinde Halle geführt wurde. Als Martha und Erich auf Befehl der Gestapo ins „Judenhaus“ Forsterstraße 13 ziehen mussten, ging sie mit ihnen – ob zwangsweise oder freiwillig, ist nicht bekannt. Hier starb die 56-Jährige am 9. Februar 1943. Nur wenige Tage nach dem Tod der Mutter, am 27. Februar 1943, wurden die Geschwister ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Im folgenden Jahr wurde Simon am 29. September 1944, seine Schwester Martha am 4.Oktober 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Ihre Namen auf den Transportlisten sind das letzte Lebenszeichen der 37-Jährigen und ihres 21-jährigen Bruders.



Quellen:

Gedenkbuch des Bundesarchivs f. d. Opfer d. nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland

Stadtarchiv Halle, Nachlass Gudrun Goeseke

Volkhard Winkelmann und ehem. Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums: Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle - www.gedenkbuch.halle.de

Fotos: Winkelmann, Gedenkbuch