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Magdeburger Straße 35 (damals Hindenburgstr. 48)



Hier wohnte

Julius Sommerich

Der Handelsvertreter Julius Sommerich wurde am 14.Januar 1878 im bayrischen Ottensoos geboren. Er heiratete die aus Pommern stammende Helene Ehrmann. 1917 kam in Nürnberg Tochter Liesa zur Welt. Im November 1938 wurde der inzwischen in Halle lebende Julius S. für einen Monat ins KZ Sachsenhausen gesperrt. 1939 starb seine Frau Helene. Tochter Liesa, verheiratet mit dem halleschen Fabrikantensohn Hans Jovishoff, gelangen Flucht und Überleben in Palästina. Der Witwer

Julius Sommerich musste seine Wohnung verlassen und wurde von der Gestapo in das „Judenhaus“ Magdeburger Str.7 (damals Hindenburgstr.34) eingewiesen. Vor der drohenden Deportation heiratete der 64-Jährige die ebenfalls dieses „Judenhaus“ bewohnende Therese Frenkel (→ Blumenstr.6). Am 1.Juni 1942 wurde das Paar deportiert und drei Tage später im Vernichtungslager Sobibor mit Gas ermordet. Sommerichs Urenkel Peter Jovishoff lebt in den USA.



 


Quellen:

Gedenkbuch des Bundesarchivs f. d. Opfer d. nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945).

Stadtarchiv Halle, Nachlass Gudrun Goeseke

Volkhard Winkelmann und ehem. Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums: Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle - www.gedenkbuch.halle.de