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  DIE TORGAUER HÄFTLINGSURNEN
   
 

Mitteldeutsche Zeitung Halle, 13.01. 2005

Tafel für Torgauer Tote muss nicht wieder aufgestellt werden
Verwaltungsgericht weist Klage des Bundes der stalinistisch Verfolgten ab

Halle/MZ/alo.  Im Streit um die auf dem Gertraudenfriedhof in Halle beigesetzten Toten aus dem sowjetischen Militärgefängnis Torgau hat das Verwaltungsgericht Halle ein Urteil verkündet. Danach ist die Stadt Halle nicht verpflichtet, eine von ihr im Vorjahr entfernte Grabtafel, die an das Schicksal der 117 Toten erinnerte, wieder aufzustellen. Dies hatte der Bund der stalinistisch Verfolgten mit einer Klage durchsetzen wollen.

Der Opferverband kann noch in die nächste Instanz gehen. Die Stadt hatte die Tafel entfernt, nachdem sie dazu vom Verband ehemals Verfolgter des Naziregimes aufgefordert worden war. Mit der Tafel würden auch Personen gewürdigt, die sich Verbrechen in der Nazizeit schuldig gemacht hätten, so das Argument. Das Gericht berief sich nun auf das Kriegsopfer-Gräbergesetz und erklärte, es enthalte für Dritte keine Mitwirkungsrechte. Die Stadt Halle lässt derzeit durch Historiker prüfen, ob der Text auf der Tafel verändert werden muss. Bis dahin bleibt sie entfernt.