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  DIE TORGAUER HÄFTLINGSURNEN
   
 


Halle, 10. Juni 2005

Wolfgang Kupke an Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Stänner,
auf meine Anfrage vom 2. Juni 2005 zum Stand der Arbeiten über die Erkenntnisse von Historikern zu den Torgauer Urnen habe ich bisher von der Stadtverwaltung keine Antwort erhalten.
Soeben erfahre ich zu meiner Verwunderung, dass der ursprünglich beauftragte Historiker Prof. Dr. Niethammer, der den Auftrag der Stadt Halle bezüglich der Torgau-Urnen aus Krankheitsgründen zurückgegeben hat,  einen 250 000-Euro-Auftrag von Jenapharm zur Erforschung der Mitschuld des ehem. VEB Jenapharm am Doping von DDR-Sportlern angenommen hat.
Da die Stadtverwaltung nicht auf zügige Klärung der Vorwürfe gegen die beschlagnahmte Info-Tafel drängt und auch nicht auf Anfragen antwortet, vom derzeit beauftragten Prof. Kleßmann nichts zu hören ist, obwohl für April 2005 eine erste Beratung mit den Stadtratsfraktionen angekündigt war und der ehemals beauftragte Geschichtsprofessor Dr. Niethammer einen anderen Auftrag angenommen hat, drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass bei der Stadtverwaltung an einer wissenschaftlich gesicherten Auskunft über die Todesumstände der Torgau-Häftlinge kein großes Interesse besteht.
Ich fordere Sie deshalb auf, die Informationstafel am Urnen-Gräberfeld umgehend wieder anzubringen.
Mit freundlichem Gruß

Wolfgang Kupke, Stadtrat und Vorstandsmitglied des Zeit-Geschichte(n) e.V.

Der Absender hat keine Antwort erhalten.